Frau beisst Hund

Vom Feminat zum Kalifat: Sollte Michel Houellebecq mit seiner Prophezeiung aus dem Jahre 2014 (in seiner  sarkastischen Machtergreifungsphantasie „Soumission“), recht behalten, hätte sich der Feminismus mit all seinen unschönen Begleiterscheinungen in weniger als einer Generation von selbst erledigt.

Denn der in Politik und Medien grassierende Genderwahn wird sich demografisch im Wortsinne totlaufen: Die radikale Feministin von heute hat die Haare schön und verdient gut, stirbt aber im Alter einsam und oft kinderlos, während die Gebärmaschinen aus dem Nahen und Mittleren Osten für ein ganz anderes Geschlechterverhältnis der künftigen Generationen sorgen. Dass der Islam bei der Gewinnung von neuen Gläubigen qua Fertilität das Christentum klar schlägt, wusste übrigens schon Samuel P. Huntingdon, nachzulesen in seinem vor einundzwanzig Jahren erschienenen Klassiker „The clash of civilizations“. Die Monstrositäten einer sexualisierten Politik hat er allerdings nicht kommen sehen.

So wage ich die letzlich gar nicht gewagte Prognose: In fünf, spätestens zehn Jahren wird die Scharia und nicht die Gleichstellungspolitik das öffentliche Leben in Deutschland beherrschen. Die Zukunft gehört dem Pascha und der fügsamen Burkaträgerin, nicht der smarten Mittdreißigerin mit Laptop und Highheels. Beschleunigt wird diese Entwicklung übrigens, vermutlich eher unbewusst, von „Mama Merkel“, der Flüchtlingskaiserin im Hosenanzug, die ja irgendwie auch eine feministische Ikone ist (und nebenbei kinderlos).

Das Seltsamste an dem Vorgang der „Patriarchalisierung qua Islamisierung“ ist, dass er von den allermeisten der angeblich so ab- und aufgeklärten „Feministinnen“ in geradezu hysterischer Manier geleugnet wird: Da wird dem deutschen Manne unter der Rautetaste „Metoo“ ein Benehmen beigebracht, dass er sich in seiner handzahmen Mehrheit gar nicht mehr anzugewöhnen braucht; aber die Zugriffe der noch nicht so lange hier lebenden Männlichkeit auf die deutsche Frau, die von massenhaften Belästigungen (Köln) bis zu Vergewaltigung und Mord (Freiburg) reichen, führen zu keinem „Aufschrei“ (auch so ein hashtag), sondern münden in beredtes Schweigen.

Der Grund für dieses beschämende Verhalten der Heldinnen unserer Zeit: Sie könnten ja in den Ruch des anderen „-ismus“ geraten, der unser betreutes Denken beherrscht: die Rede ist vom Rassismus, dem ideologischen Zwillingsbruder des Sexismus.

Und so dreht sich die Rautetaste im Kreise, bis uns allen schwindlig wird. Irgendwann aber, in naher Zukunft, wird das alles vorbei sein, wie ein Spuk, ein Hexensabatt, oder wie die Jahre der Kulturrevolution in China. Ein bisschen davon haben wir ja auch schon an deutschen Universitäten, wo ungelehrte, aber kampfkräftige Rote Garden die Professorenschaft quasi nach Belieben drangsalieren können.

Vergessen sollte man dabei aber nicht, dass jene chinesische, sogenannte Kulturrevolution weder mit Kultur noch Revolution viel zu tun hatte, sondern ein Machtmittel in den Händen des Großen Vorsitzenden Mao war. Die Bilanz war: Millionen Tote, massenhafte Zerstörung unersetzlicher Kulturdenkmäler, ein Volk, das jahrelang in Angst und Schrecken lebte.

Zurück zu Metoo: Die Aufgeregtheit der interessierten Kreise und die Heuchelei im öffentlichen Raum schleifen derzeit in atemberaubender Geschwindigkeit wesentliche Besitztümer des Rechtsstaats und damit eben auch die Freiheitsrechte der Bürger. Was bleibt noch von der Unschuldsvermutung, was von dem Rechtsinstitut der Verjährung, wenn jedermann und -frau ein, zwei oder drei Jahrzehnte nach einem behaupteten Vorfall mit einer auf Twitter hingerotzten Bemerkung, einer 140-Zeichen-Anklage, einen Ruf, eine Karriere, ein Leben ruinieren kann? Nicht mehr viel. Vielleicht ist das aber auch der Sinn der Übung: Wenn die Scharia dann nämlich kommt, schmerzt der Verlust der Freiheit nicht mehr. Wir sind dabei, sie jetzt schon zu verspielen.

 

10.11. 2017 Friedrich Wilhelmi

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