Das letzte Aufgebot des Establishments heißt in Frankreich Emanuel Macron, in Deutschland Martin Schulz. Der eine ist der Typ des glatten Strebers, der andere der des jovialen Strippenziehers. Äusserlich so grundverschieden wie ihre Herkunftsländer, ähneln sie sich doch fatal in Lebenslauf und charakterlichem Defekt:
(1) Beide sind im Zweifel für die Fortsetzung der Kulturvernichtung, die wir „Globalisierung“ zu nennen erzogen wurden.
(2) Beide haben offenbar weder Scham noch Gewissen: im Wahlkampf links blinken, während sie Jahre und Jahrzehnte sich ans finstere Herz des Systems gekuschelt haben: Der eine strich Bankerboni ein, der andere die Diäten der Eu-Parlamentarier, die ihn sichtlich nicht schlanker gemacht haben.
(3) Ihre Systemknechts-Viten hätten sie eigentlich als seriöse Kandidaten von Volksparteien desavouieren, eine freie Presse hätte ihnen im Wahlkampf ihr Lebensläufe um die Ohren schlagen müssen. Stattdessen delirieren die politischen Kommentatoren diesseits und jenseits des Rheins von „Hoffnungsträgern“, obwohl zumindest der Deutsche eigentlich ein Kandidat für den vorgezogenen Ruhestand wäre. Aber nicht doch, er hat sich ja in Straßburg für den Kanzlerjob daheim gesund geschont.
Aus dem ehedem so konservativen Schwabenland stammt das Diktum, dort würde man auch einen Kartoffelsack wählen, solange „CDU“ darauf stehe. Nun, hier haben wir zwei Kartoffelsäcke, von den Herrschenden fürs Stimmvieh in den Rosétönen „Reform“ und „sozial“ angetüncht. Mal sehen, ob die Wahlergebnisse entsprechend ausfallen.
26.4. 2017
Friedrich Wilhelmi